Das bin ich
Name: Nicole Müller
Rufname: Sky und Nini
Alter: 24 Jahre
Beruf: Technische Zeichnerin im Anlagen- und Maschinenbau
Behinderung: Larsen-Syndrom
Hobbys: Reiten, Fotografieren, Filmen und vieles mehr
Hallo mein Name ist Nicole aber ihr könnt mich auch gerne Nini nennen. Ich bin 24 Jahre jung und habe seit meiner Geburt eine seltene Körperbehinderung die auch einen Gendeffekt beruht. Leider kann mir bis heute kein Arzt wirklich mit meiner Erkrankung helfen und so lasse ich immer wieder an mir rumexperimentieren in der Hoffnung irgendwann eine Lösung zu finden. Wobei ich seit klein auf von Künstlichen Knie- und Hüftgelenken träume bleibt mir dieser Traum untersagt. Im Januar 2012 habe ich nun meine 18. Operation am rechten Kniegelenk angetreten mit bislag einem sichtbaren kleinen erfolg.
Der Hauptpunkt meiner Erkrankung liegt in meinen Knie- Hüft- und Ellenbogengelenken die ich nicht richtig oder nur falsch bewegen kann. Aus dem Grund habe ich auch eine ganz besondere Art des Reitens gefunden.
Neben dem Reiten und den Küstlichen Gelenken träume ich davon einmal im Behinderten Reitsport aktiv werden zu dürfen wobei der Traum fast unmöglich in die Tat umzusetzten ist. Das Problem liegt wohl weniger an meinen Reiterlichen Künsten als viel mehr an ganz anderen Sachen und Hauptsächlich am Geld. Zum einen habe ich keinerlei Unterstützung der Familie zum anderen ist mir aufgefallen das ich Jobmäßig viel zu weit im unteren Bereich der Verdiener bin. Die heutigen Reiter und Reiterinnen in diesem Sport haben einen Studiumabschluss und oft Hilfe der Familie. Die Chance zu einem Studium habe ich aber leider nie bekommen. Somit wird mir jedentag wieder bewusst das ich mal wieder viel zu viel vom Leben will aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
Ich werde weiterhin Hoffen und Glauben das ich es vielleicht einmal in den aktiven Reitsport schaffe.
Ich erlernte mir das Reiten als 12 Jähriges Mädchen alleine auf der Shettystute meines Onkels der einen kleinen Bauernhof betrieb. Zuvor hatte ich schon viele Reitschulen besucht wurde jedoch immer wieder abgelehnt. Mein schwerster schlag traf mich vor so vielen Jahren bei einem Reitzentrum für Therapeutisches Reiten. Dort kam ich 1x die Woche um ein kleines Pony zu putzen. Man hatte mir versprochen dieses Pony auch dann bald reiten zu dürfen. Nach 8 Wochen dann fragte ich meine Mutter ganz ungeduldig wann ich das Pony denn entlich einmal Reiten dürfte. Als meine Mutter nachfragte erzählte man ihr das man uns das nie versprochen hätte und ich lediglich Putzen darf mehr aber nie kommen würde, denn man bräuchte speziell für meine Erkrankung eine gesonderte Ausbildung nur mit dem Harken das ich die Einzigste war die mit dieser Krankheit Reiten wollte denn auch so gab es nur 3 weitere Fälle der Krankheit in Deutschland. Für mich brach damals eine Welt zusammen bis ich zu meiner Bonnie kam, der kleinen Shettystute meines Onkels.
Mit Bonnie blüte mein Kinderherz wieder auf so und so fand ich ohne Hilfe auf ihr meinen weg des Reitens. Da ich nie einen Reitlehrer hatte lernte ich in dem ich bei Reitunterrichten in der umgebung zuschaute um dann nach Hause zu fahren und es dort nach zu machen was ich gesehen hatte.
Nachdem meine Bonnie leider zu alt wurde kaufte ich mir meinen Nando. Natürlich war ich sehr naiv aber ich schaffte es trotzdem. Als ich dann meine Ausbildung in Hannover antreten musste, da musste natürlich auch Nando mit. Eigendlich hatte ich dafür nicht das Geld doch es fand sich ein Stall der uns günstiger aufnahm. Ich bin der Frau dieses Stalles bis heute noch sehr dankbar auch wenn sich unsere Wege nach 2 Jahren nicht im friedlichen trennten. Auch im zweiten Stall zahlte ich etwas weniger als normal und hatte eine schöne Zeit dort. Nach einem jahr musste ich auch diesen Stall wieder verlassen denn mein Vater der mich als einziger Finanziell unterstützt hatte erlitt 3 schwere Schlaganfälle und konnte mir nicht mehr helfen. Für mich alleine war der zweite Stall aber nicht alleine zu Finanzieren und so suchte ich nach einer neuen bleibe für meinen Freund. Im letzten Moment fand sich diese auch aber es sollte der schwerste Fehler sein den ich je gemacht hatte. In dem 3. Stall war zu anfang alles toll und es waren auch alle nett aber das Blatt sollte sich bald wenden. Man war mit Nandos sozialverhalten nicht mehr einverstanden und so wurde er bald in Einzelhaft gesteckt. Selbst auf die Koppel durfte er nicht weil man ihm kein extrastück Einzäunen wollte. Zudem kam der Druck in meiner Ausbildung und bald wurde ich Krank von all den Problemen. Als ich nach einer Pause wieder in den Stall kam brach mir fast das Herz, denn plötzlich sah ich mein Pony innerhalb kürzester Zeit abgemagert bis auf die Haut. Er hatte keinen tropfen Wasser in seinem Paddock und auch seine Tabletten die er wegen seiner schweren Krankheit brauchte waren unangetastet. Ich machte mir schwere vorwürfe und fragte auch nach Warum mein Pony kein Wasser hatte und warum er so dünn sei. Man sagte mir er hätte erst am Morgen Wasser bekommen aber er konnte unmöglich über 100 Liter in so kurzer Zeit getrunken haben und als man mir sagte mein Pony sei nicht mager sondern hätte nur Muskeln abgebaut brach ich aus Verzweifelung in tränen aus.
Nur wenige Wochen später hatte ich alles erledigt. Eine Freundin von mir kam mir zu Hilfe und gemeinsam brachten wir all meine Sachen die mitten auf den Hof geschmissen wurden in den Hänger und zum schluss auch Nando. Ich begleitet Nando 250 km nach Schleswig Holstein und ging nach einem kurzen Wochenende ohne ihn wieder zurück nach Hannover. Diese Entscheidung war ich ihm Schuldig gewesen egal wie sehr sie mir auch schmerzte. Nando steht noch heute Glücklich und zufrieden in diesem Stall. Ich selber hatte noch 6 Monate Ausbildung vor mir und obwohl ich diese mehrmals aus Verzweiflung schmeißen wollte schaffte ich es bis zum Schluss sie durch zu machen nur glücklich war ich in meinem Beruf nicht mehr.
Nachdem ich genug Geld sparen konnte zog ich meinem Nando hinterher und fand ihm hohen Norden auch endlich einen kleinen Arbeitsplatz um mich und meinen Nando halbwegs über die Runden zu bekommen.
Im Dressursport konnten wir leider nie wieder an alte Leistungen anknüpfen und inzwischen ist Nandos Krankheit so schlimm geworden das ich ihn nicht mehr Reiten wollte. Jedoch werde ich bis zum Schluss um ihn Kämpfen denn ohne ihn wäre meiner Reiterei nie dort wo sie heute ist. Nachdem ich ihn im 3. Stall fast das Leben genommen habe durch meine Fehlendscheidung steht ihm ein um so schönerer Lebensabend zu. Dafür verzichte ich auch gerne auf jeglichen Luxus, gutes Essen und schöne Klamotten. Nur ein Auto das habe ich mir gegönnt um jederzeit bei meinem Pony sein zu können und was hier auf dem Dorf auch für mich unverzichtbar ist da ich ja leider keine Möglichkeit habe ein Fahrrad zu fahren.
Häufig gestellte Fragen:
Hast du die Behinderung seit Geburt?
Ja meine Behinderung habe ich seit meiner Geburt!
Wer hat dir das Reiten beigebracht?
Das reiten hat mir meine erste Shettystute Bonnie beigebracht. Ich hatte die ersten 8 Reiterjahre keinen Reitlehrer da sich das niemand zugetraut hat und Verantworten wollte!
Ist Nando dein eigenes Pony?
Ja Nando gehört mir ganz allein und ist mein erstes richtig eigenes Pony das ich mir mit 17 Jahren von meinem Geld gekauft habe!
Habt ihr noch fragen? Dann immer her damit! Es gibt absolut keine Tabus, auch könnt ihr mich gerne was über meine Behinderung fragen da bin ich ganz schmerzbefreit denn ich stehe dazu “Ich bin Behindert!”

